Die Swiss League steckt im Teufelskreis Die National League brummt wie nie. Die für die Basis des Schweizer Eishockeys so wichtige zweithöchste Liga befindet sich derweil in einem Teufelskreis.
Eigentlich ist die Swiss League ein hübsch zusammengewürfelter dreisprachiger Haufen, der die Schweiz vorzüglich repräsentiert. Mit Basel, Winterthur, Bellinzona, La Chaux-de-Fonds und Chur sind fünf Klubs aus den 17 grössten Städten genauso vertreten, wie mit Traditionsverein Arosa eine Bergregion. Auch das Wallis ist mit der heissen Rivalität zwischen Visp und Sierre dabei, dazu kommt Thurgau, das für eine ganze Region steht, und mit Olten auch noch der grösste Bahnknotenpunkt im Land. Diese Vielschichtigkeit zeigt sich auch bei den Begebenheiten der Klubs. Vier (Visp, ChdF, Sierre, Basel) stellen nach aktuellem Stand ein Aufstiegsgesuch, sieben nicht. Acht bauen bezüglich Führungsspielern auf zwei Ausländer, drei (Arosa, Chur und Bellinzona) nicht. Einige wie La Chaux-de-Fonds, Visp oder Sierre setzen auf erfahrene Spieler, andere wie Arosa, Chur oder die GCK Lions auf junge Kräfte. Gewisse wie La Chaux-de-Fonds oder Visp haben eine grosse Fanbasis und einen Zuschauerschnitt von über 3000, bei anderen wie den GCK Lions (durchschnittlich 213 Fans) oder Bellinzona (106) fehlt diese komplett. Von Träumern, Suchenden und Konsternierten Genauso unterschiedlich sind die Ideologien. Blick teilt die elf Klubs in fünf verschiedene Gruppen auf:
Die Träumer: La Chaux-de-Fonds, Visp, Sierre Sie sind sehr ambitioniert, träumen vom Aufstieg in die National League und verfügen auch über die nötige Infrastruktur (Visp) oder werden diese in den kommenden Jahren bekommen (ChdF, Sierre).
Die Zufriedenen: Thurgau, Chur Thurgau ist zu einem Spitzenteam geworden, das in der Region immer mehr Leute anzieht. Churs Konzept mit vielen Jungen, aber ohne Ausländer funktioniert, dafür gibt es Applaus von überall. Beide Klubs wiesen zuletzt schwarze Zahlen aus. Eine gute Rolle in der Swiss League zu spielen, ist für sie derzeit das höchste der Gefühle. Mehr gibt auch ihre Infrastruktur nicht her.
Die Suchenden: Basel, Arosa Nach dem Wiederaufstieg 2022 entwickelte sich Basel rasant zum Spitzenteam, hat sich aber nie für einen Aufstieg beworben, sondern wollte zuerst wachsen. Jetzt bewirbt man sich erstmals wieder für einen Aufstieg, was vereinsintern umstritten war, kriselt aber sportlich. Basel ist noch immer auf der Suche. Genauso wie Aufsteiger Arosa, der nach 39 Jahren im Profigeschäft zurück ist, vorerst einen Dreijahresplan hat und aktuell seine ersten Erfahrungswerte im neuen Umfeld sammelt. CEO Christian Modes meldet: «Uns ist grundsätzlich wohl in der Swiss League, aber wir gehen Schritt für Schritt und schiessen nicht drein.»
Der Spezialfall: GCK Lions Die GCK Lions sind ein reines Farmteam. Dort sollen die jungen Toptalente für die ZSC Lions fit gemacht werden, sie garantieren dem Doppelmeister auch eine enorme Kaderbreite. Wer es beim ZSC nicht schafft, kommt oft an anderen Orten zu Verträgen, weshalb die Arbeit der Organisation für das gesamte Schweizer Hockey wertvoll ist. Die Frage ist aber, ob sich der ZSC sein Farmteam ewig leistet.
Die Konsternierten: Winterthur, Bellinzona, Olten Winterthur braucht bis Ende Jahr neue Geldgeber, sonst gibt es einen freiwilligen Abstieg, denn VR-Präsident Rolf Löhrer ist nicht mehr bereit, die alljährlichen Löcher zu stopfen. Bei Bellinzona (vormals Biasca) ist ein Rückzug Jahr für Jahr Thema. Olten, das einst noch zu den Träumern gehörte, hat an der GV einen Verlust von 830’000 Franken präsentiert und verzichtet nun auch auf ein Aufstiegsgesuch.
Zu heterogen für eine gemeinsame Lösung? Die Swiss League ist eine Interessensgemeinschaft von Klubs mit völlig unterschiedlichen Interessen. «Dass wir als Liga derart heterogen sind, hilft uns nicht wirklich, geschlossen aufzutreten», weiss Winterthurs CEO Alexander Keller. Was allen Bauchschmerzen bereitet, ist die seit Jahren fehlende Stabilität und Planbarkeit, weil jeweils lange unklar ist, wie viele Mannschaften in der nächsten Spielzeit effektiv dabei sind. Und dass dadurch auch die sportliche Relevanz verloren gehen könnte, wenn es bald nur noch neun oder noch weniger Teams sein sollten.
«Wir sind damit, wo wir als Klub derzeit stehen, glücklich, aber mit der Ligastruktur als Ganzes unglücklich. Wenn kaum einer in die Swiss League oder auch in die MyHockey League aufsteigen will, sind das Alarmzeichen», meint Thurgaus CEO Christian Bannwart. «Ich zweifle daran, dass diese Liga von innen gesund ist», hebt sein Winterthurer Kollege Keller den Mahnfinger. Und auch Visp-CEO Sébastien Pico sagt: «Die Rahmenbedingungen der Swiss League sind für alle eine grosse Herausforderung.» 16er-Liga als nächster Streitpunkt Bei den Lösungsansätzen driften die Klubs dann wieder weit auseinander. Für eine Durchlässigkeit der Ligen sind zwar alle. Aber den kleinere Brötchen backenden Klubs schwebt in der Tendenz eher eine 16er-Liga mit einer Ost- und Westgruppe vor, was Kosten senkt, mehr Derbys gibt und MyHockey-League-Vereinen Anreize bieten soll, ebenfalls mitzumachen. Die MyHockey League würde dann aufgelöst, die restlichen Vereine spielen fortan in der 1. Liga.
Die ambitionierten Topklubs sind da in der Tendenz dagegen. Für Pico wäre das eine Liga, vor der sich die National-League-Vereine noch mehr fürchten würden, als schon aktuell: «Sie würden einen Abstieg als ihren Tod betrachten.» Ihm schwebt eine National League, Swiss League und MyHockey League mit je 12 Teams vor. Dafür wird aber die National League nicht Hand bieten.
Gang vor Weko als letzte Patrone? Aus dem Swiss-League-Umfeld sind auch Stimmen zu hören, dass als letzte Patrone auch mal ein aufstiegswilliger Klub bei der Wettbewerbskommission (Weko) klagen oder zumindest damit drohen könnte, weil ein fairer Wettbewerb unter den aktuellen Auf-Abstiegs-Regeln gar nicht mehr spielen könne. Doch das käme dann einer Kriegserklärung an die National League gleich und könnte böse enden. Die Swiss League scheint in einem Labyrinth gefangen, zwischen der zu mächtigen National League, einem vor Ort tretenden Verband und den unterschiedlichen Interessen im eigenen Garten.
Der HC La Chaux-de-Fonds hat nach dem Abgang von Viktor Östlund zum EHC Biel einen neuen Torhüter gefunden. Gemäss Medienberichten wird Bryan Rüegger das Tor des HC La Chaux-de-Fonds in der kommenden Saison hüten.
Ueli Schwarz schaut als VR von Biel nur auf das eigene Gärtchen. Sprich geschlossene Liga. Pfui, wenn man sich erinnert wie Biel als B Club sich für einen anderen Modus damals einsetzte.
Nun gut, da war die Situation der NLB/Swiss League auch noch etwas besser. Der Bieler Aufstieg liegt nun schon bald 20 Jahre zurück.
Finde seine Gedanken eigentlich noch interessant, das Niveau könnte höher sein als bei der Alternative "Integration in die MyHL". Zieht sich Bellinzona auch noch zurück, wird diese halt schon in absehbarer Zeit relativ konkret. Es will ja gesichert niemand mehr in die SL aufsteigen in den nächsten paar Jahren.
Wie kann es sein, dass die z.b. die beiden Playoff-Verstärkungen für Olten (Gregory Weber von den Snakes sowie Krakauskas von Arosa) per sofort für Olten spielen?
Gibt sicher noch andere Beispiele.
Ueblicherweise wurde doch erst nach dem Ende der Quali gewechselt?!
Bin gespannt, wem Ajoje dieses Jahr seine Spieler abgibt? -> Diesmal wissen sie ja nicht ob Sierre oder Schodfo Meister werden; daher wäre Olten sicher auch noch eine Option für diese Ränkespielchen (Monopoly at it's best..)