Was ist bloss mit Victor Backman los? Der HCT-Stürmer und seine lange Leidensgeschichte
Victor Backman, schwedischer Stürmer und Neuzuzug des HC Thurgau, wird seinem Team auch im Cup-Achtelfinal am Mittwoch um 18.15 Uhr daheim gegen die GCK Lions fehlen. Aber er hilft der Mannschaft als Informant.
Matthias Hafen
15.10.2025, 05.00 Uhr
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Der schwedische Stürmer Victor Backman ist seit seiner Ankunft beim HC Thurgau nicht zu beneiden, würde lieber wegen seiner erzielten Tore in den Schlagzeilen stehen.
Der schwedische Stürmer Victor Backman ist seit seiner Ankunft beim HC Thurgau nicht zu beneiden, würde lieber wegen seiner erzielten Tore in den Schlagzeilen stehen.
Mario Gaccioli (23. September 2025)
Er ist der grosse Abwesende beim aktuellen Höhenflug des HC Thurgau. Jener bedauernswerte Teamkollege, der noch immer am Gate steht, während das Flugzeug bereits abgehoben hat – wenn auch nicht aus eigenem Verschulden.
Zwei Ernstkämpfe bestritt Victor Backman in dieser Saison erst für den HC Thurgau. Beim 4:3-Auswärtssieg in Arosa war er dabei, wo er den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielte. Drei Tage später, beim 4:1-Heimsieg gegen Bellinzona, blieb der 34-jährige Schwede ohne Skorerpunkt.
Es war ein kurzer Hoffnungsschimmer für Backman, der von Thurgau als grosse Verstärkung für die zweite Ausländerposition verpflichtet worden war. Nach sechs erfolgreichen Jahren beim Ligakonkurrenten GCK Lions hatte sich der torgefährliche Schwede im Sommer dem HCT angeschlossen.
Eine Leidensgeschichte, die nicht enden will
Doch schon im zweiten Testspiel gegen den EHC Frauenfeld machte sich eine alte Leistenverletzung bemerkbar, setzte Backman auch bei seinem neuen Arbeitgeber über den Saisonstart hinaus ausser Gefecht. Kaum war die Verletzung überstanden, machte ihm eine mysteriöse Krankheit zu schaffen, die bis heute anhält. Seinen bislang letzten Einsatz bestritt Victor Backman am 1. Oktober in der National League mit Thurgaus Partnerklub EHC Kloten bei der 1:2-Niederlage in Lausanne. Seither ist der schwedische Stürmer in jedem Spiel krankgemeldet.
Seinen bislang letzten Einsatz hatte Victor Backman (links) mit dem EHC Kloten im National-League-Spiel gegen Lausanne (Jason Fuchs).
Seinen bislang letzten Einsatz hatte Victor Backman (links) mit dem EHC Kloten im National-League-Spiel gegen Lausanne (Jason Fuchs).
Pascal Muller/Freshfocus (1. Oktober 2025)
Gerne spricht Backman nicht über seine Leidensgeschichte, aber er tut es am Rande des Trainings einen Tag vor dem Cup-Achtelfinal gegen seinen früheren Klub, die GCK Lions. Zehn Minuten stand er mit dem Team in der Weinfelder Güttingersreuti auf dem Eis, dann ging es für ihn zurück in die Mannschaftskabine. «Ich versuche ständig, mich gedanklich abzulenken, um den Frust zu verdrängen», sagt der Schwede. Seine Worte sind karg, sein Blick ist leer. Es muss für einen ambitionierten Spieler sehr frustrierend sein, dem Geschehen nur zuschauen zu können. «Dass es der Mannschaft derzeit so gut läuft, hilft», sagt Backman.
Backman hilft dem HC Thurgau dank seiner GCK-Vergangenheit
Welche Krankheit ihn genau ausser Gefecht setzt, kann oder will der Zuzug des HC Thurgau nicht sagen. Covid sei es nicht. Auf die Frage, ob es etwas Ernstes sei, antwortet Backman: «Was heisst ernst? Ich musste jedenfalls leiden.» Auf seinem Speiseplan stand Antibiotika. Mittlerweile sei er auf dem Weg der Besserung.
Während Thurgaus Trainerstab auf eine Rückkehr schon im Heimspiel am Sonntag gegen den EHC Visp hofft, gibt sich Backman zurückhaltend. «Wichtig ist, dass ich es aktuell nicht übertreibe.»
Das Glück des HC Thurgau ist, dass die Mannschaft auch ohne Victor Backman brilliert und nach zuletzt neun Siegen in Serie die Swiss League anführt. So kamen allfällige Forderungen nach einem Ersatzausländer gar nicht erst auf. Und der Schwede, der den Höhenflug verpasst hat, tut alles, um seine Teamkollegen vom Gate aus zu unterstützen – ganz besonders vor dem Cup-Achtelfinal am Mittwoch um 18.15 Uhr in Weinfelden. Backman sagt: «Ich kenne das GCK-System gut. Da kann ich den einen oder anderen Input geben.» Bereits im Meisterschaftsspiel am letzten Freitag in Küsnacht (2:1) hat das zum Erfolg geführt.